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Die frühen Jahre
P. Marcial Maciel wurde am 10. März 1920 in Cotija de la Paz im mexikanischen Bundesstaat Michoacán geboren. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er in einer gut katholischen Familie und unter der mütterlichen Anleitung von Maura Degollado Guízar. In jenen 1920er Jahren wurde die mexikanische Bevölkerung aber auch von einem tief greifenden, heftigen sozialen und religiösen Konflikt erschüttert, den so genannten Cristero-Kriegen. Die Erfahrung menschlichen Leids prägte ihn schon als Kind und weckte in ihm eine tiefe Sorge um den Menschen in allen seinen Dimensionen.
1936 reiste er nach Mexiko-Stadt und begann in einem Seminar, das Msgr. Rafael Guízar y Valencia, der Bischof von Veracruz, dort führte, seine Ausbildung zum Priester. Im Alter von 16 Jahren empfing er die Eingebung, eine Kongregation zu gründen, die dazu bestimmt sein sollte, mit allen möglichen, erlaubten und guten Mitteln das Reich Christi auszubreiten. Obwohl er über keine Mittel verfügte und noch so jung war, gelang es ihm mit Gottes Hilfe, diesen Plan in die Tat umzusetzen: Am 3. Januar 1941 gründete er die Kongregation der Legionäre Christi, und ab 1959 leitete er die Gründung der Apostolatsbewegung Regnum Christi in die Wege, die schließlich in den sechziger Jahren entstand.
Priesterweihe
Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Studien in Philosophie und Theologie, wurde Pater Maciel am 26. November 1944 in der Basilika Unserer Lieben Frau von Guadalupe in Mexiko-Stadt zum Priester geweiht. Weil er den Mitgliedern der Kongregation im Hinblick auf ihren künftigen Erziehungsauftrag eine angemessene Ausbildung zuteil werden lassen wollte, reiste Pater Maciel mit der ersten Gruppe von Jugendlichen, die an der Päpstlichen Universität von Comillas ihre humanistischen Studien absolvieren sollten, nach Spanien.
Konsolidierung
Als Pater Maciel 1946 Papst Pius XII. besuchte, zeigte Seine Heiligkeit großes Interesse an seinen apostolischen und pädagogischen Projektvorstellungen und gab der neuen Kongregation seinen Segen. Vier Jahre später weihte Pater Maciel in Rom das Zentrum für Höhere Studien der Legionäre Christi ein.
Paul VI. sollte es sein, der der Kongregation der Legionäre Christi aufgrund der bis dato vor allem im Bildungsbereich geleisteten Arbeit 1965 das „Decretum Laudis“, die kirchenrechtliche Anerkennung der Kongregation auf der Ebene der Universalkirche gewährte. Mit der Arbeit im Bildungsbereich hatten die Legionäre erst elf Jahre zuvor begonnen, als Pater Maciel mit dem Instituto Cumbres in Mexiko-Stadt das erste Bildungswerk der Kongregation eröffnete.
Seit seinem Eintritt ins Seminar hatte Pater Maciel immer danach gestrebt, Christus zum Mittelpunkt und Vorbild seines ganzen Lebens und seines priesterlichen Wirkens zu machen. Aufgrund seiner aufrichtigen Liebe zur Kirche und zum Papst und aus echter Hirtenliebe schuf Pater Maciel zahlreiche Apostolatswerke, die von den Legionären Christi und den Laienmitgliedern der Bewegung Regnum Christi geleitet werden. Zu diesen Werken gehören Erziehungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche; eine breite Palette von Vereinigungen zur Förderung der menschlichen und christlichen Werte in der Familie; Schulungszentren für Katecheten und Missionare; sowie Initiativen zur ganzheitlichen Förderung der am stärksten benachteiligten Gesellschaftsgruppen. Angesichts der Herausforderung, die die Neuevangelisierung darstellt, sind die Päpstliche Hochschule Regina Apostolorum und das Internationale Päpstliche Kolleg Maria Mater Ecclesiae, beide in Rom angesiedelt, von besonderer Bedeutung – an ihnen werden in Zusammenarbeit mit den Ortsbischöfen die zukünftigen Lehrkräfte der Diözesanseminare ausgebildet. Sein leidenschaftlicher missionarischer Eifer, der ihn in all seinen Jahren als Seminarist und Priester erfüllt hatte, erhielt ein angemessenes Betätigungsfeld, als Papst Paul VI. den Legionären Christi 1970 die seelsorgerische Betreuung der Einwohner des mexikanischen Bundesstaates Quintana Roo anvertraute, wo man sich damals aufgrund des großen Priestermangels in einer schwierigen Lage befand. Seither haben die Legionäre Christi unter der einheimischen Maya-Bevölkerung eine intensive Evangelisierung und Entwicklungsarbeit geleistet, wobei stets ein Klima der Harmonie und des sozialen Friedens herrschte.
Für Pater Marcial Maciel werden Werke nicht zum Selbstzweck betrieben. Sie sind Mittel, die im Dienste Christi und der Menschen stehen. Deshalb diente der Einsatz, der seinen Lebensweg mehr als ein halbes Jahrhundert lang geprägt hat, nur dem einen Ziel: einen in die Tiefe gehenden Beitrag zu leisten, der der ganzen Menschheit dabei hilft, sich eine bessere Zukunft zu gestalten. Die Verkündigung und Ausbreitung des Reiches Christi war das Ideal, von dem Pater Maciel sich leiten ließ, der Auslöser seiner großen apostolischen Leistung. Er hat stets nach Wegen gesucht, Jesus Christus sowohl in den Herzen Einzelner als auch in der Gesellschaft zur Herrschaft zu verhelfen und so eine Zivilisation der Gerechtigkeit und Liebe aufzubauen.
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